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13.06.2004: Konzert des Akademischen Chor Zürich im Dom zu Meissen

Sächsische Zeitung, 15. Juni 2003

Frischer M., kraftvoller P.

Die Neue Elbland Philharmonie gestaltet sakrale Werke

Von Uwe Schneider

Die Neue Elbland Philharmonie hatte sich für ihr gut besuchtes Konzert im Meißner Dom Gäste aus der Schweiz eingeladen: den Akademischen Chor Zürich und dessen Leiterin Anna Jelmorini, die sakrale Werke von Mozart und Poulenc dirigierte. Mit eleganten Bewegungen und vitalem Zugriff machte sie schon mit den ersten Takten deutlich, dass sie Mozarts Kirchensonate KV 278, ebenso wie die dann folgenden Werke als lebendige und durchaus heutige Musik interpretierte. Ein stets im Fluss befindlicher Gesamtklang von Chor und Orchester in Mozarts Krönungsmesse war das Resultat.

Bewährte und stilsichere Dresdner Solisten

Hier wurde Mozart nicht konservativ zelebriert. Die dynamischen Kontraste wurden ausmusiziert, die kraftvollen Harmonien nicht eingeebnet und die kantablen Teile mit großem Spannungsbogen gestaltet. Um in der halligen Akustik des Raumes ein Mindestmaß von Klangtransparenz zu erreichen, waren die Tempi mitunter zwar etwas breit gewählt, doch wurden so die Akzentuierungsversuche hörbar, die vor allem mit kluger Balance zwischen Streichern und Bläsern ein spannungsreiches Fundament für die vokalen Passagen boten. Die bewährten und stilsicheren Dresdner Solisten Angela Liebold, Gerald Hupach und Florian Hartfiel wurden ergänzt durch die in der Schweiz tätige Sopranistin Tatjana Gazdik.

Poulencs Große Chor-Sinfonie, wie er das Werk charakterisierte, das in den letzten Jahren auch hier zu Lande zusehends populärer wird, vereint Tradition und moderne Originalität, ist melodiös und rhythmisch einprägsam. Es gelang eine kraftvolle, die einzelnen Teile deutlich kontrastierende Interpretation voller Musizierfreude. Gazdiks intonationssicherem Sopran fehlte hier, trotz schöner Phrasierung, die letzte Leuchtkraft, die der natürlichen Klarheit der Komposition gerecht werden würde. Der anfänglich etwas zurückhaltende Chor hatte seinen Höhepunkt im abschließenden, beseelt intonierten .Ave verum corpus. Mozarts, wo in den feinen Pianoschattierungen der Motette die Kultiviertheit der einzelnen Stimmgruppen besonders deutlich wurde.

 
Shima
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